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Beim Greifswalder Ringerverein
etabliert sich seit ca. einem
Jahr neben dem traditionellen
Ringkampf eine weitere
Kampfsportart. In der Abteilung
Free Fight kommen zwei Mal in
der Woche ca. 15 junge Männer
zusammen, um sich in dieser, in
Deutschland noch recht jungen
Sportart auszutoben.
Das
Training stellt an die Kämpfer
hohe Anforderungen und führt sie
in Kraft, Ausdauer und
Überwindung an ihre Grenzen. Im
Free Fight geht es darum, den
Gegner mit Techniken aus
Sportarten wie Boxen, Judo oder
Ringen kampfunfähig zu machen.
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Wer glaubt, beim
Free Fight ginge es ohne Regeln zu, der
irrt. Prinzipiell ist zum Beispiel Kratzen,
Beißen oder in die Augen stechen verboten.
Bei diesem Grapplingturnier waren auch
Fingerhebel und jegliche Art von Schlägen
und Tritten verboten. Erlaubt dagegen waren
alle Würfe, Fußfeger, und jede Art von Arm-,
Handgelenk-, Bein-, Fuß- und Genickhebeln.
Die 120 Teilnehmer hatten ferner die
Möglichkeit zwischen der Kategorie der
Fortgeschrittenen und der Anfänger zu
wählen. Gekämpft wurde im KO-System, d.h.
eine Niederlage führte zum sofortigen
Ausscheiden des Kämpfers.
Die vier Kampfsportler der Hansestadt
wählten für ihren ersten öffentlichen
Auftritt die Kategorie der Anfänger. Robert
Päpke (70kg) wollte in seinem ersten Kampf
kein Risiko eingehen, brachte ihn aber
sicher über die Runden. Im zweiten Kampf
blieb er gegen den späteren Zweitplatzierten
ohne Chancen. Philipp Burmeister (80kg)
verlor gegen den späteren Sieger seiner
Gewichtskategorie, der ihn mit einem
Armstreckhebel zur Strecke brachte. Ceven
Matthes (80kg) wurde nach zwei Siegen in den
Vorrunden im Halbfinale wegen unerlaubter
Technik disqualifiziert. „Eine zu Recht
getroffene Entscheidung“, schätzt er
selbstkritisch ein. Erfolgreichster
Greifswalder war Philipp Groß (+85kg). Erst
vor drei Wochen beim Ringen zum
Norddeutschen Meister gekürt, erwiesen sich
seine jahrelangen Erfahrungen aus dem
Ringkampftraining hier als vorteilhaft. Als
kleinster und leichtester seiner
Gewichtsklasse zeigte er sich seinen Gegnern
dennoch in Kraft und Ausdauer überlegen und
war nach vier Arbeitssiegen der
Erstplatzierte.
Insgesamt lobten die vier Greifswalder
Starter die Fairness der Kampfsportler
untereinander und die Entschlossenheit der
Kampfrichter, die Kämpfe zur Vermeidung von
Verletzungen rechtzeitig zu unterbrechen. So
war dann auch an diesem Tag trotz der
Vielzahl der Kämpfe und Kämpfer nur eine
Verletzung zu beklagen.
Ute Marbach

