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Nach den
Medaillen von Anne Baldauf und
Alexander Adam bei den
diesjährigen Deutschen
Meisterschaften hatte der
Greifswalder Ringerverein auch
bei den Titelkämpfen in der
C-Jugend auf einen
Treppchenplatz gehofft. Mit
Christoph Jarmer hatte Trainer
Manfred Groß immerhin einen
seiner besten Nachwuchsathleten
aufgestellt. Wochenlang hatte
sich Christoph auf diesen
Höhepunkt vorbereitet, hart
trainiert und das avisierte
Kampfgewicht von 38 kg eisern
erarbeitet. Beim KSV
Müllheim-Styrum 1911 gingen bei
den Meisterschaften der
Jahrgänge 95/96 allerdings 32
Kämpfer in dieser Gewichtsklasse
über die Waage. |
Ausgetragen wurde die Meisterschaft in
diesem Jahr erstmals nur im freien Stil.
Angriffsfläche war also der gesamte Körper.
Bekanntlich haben sich die Greifswalder
Ringer auf den griechisch-römischen Stil
spezialisiert. Hier gilt lediglich der
Körper oberhalb der Gürtellinie als
Angriffsfläche. Insofern war Christoph
benachteiligt. Dennoch begann es am Freitag
so hoffnungsvoll für ihn. Er konnte gegen
Danny Sommermeyer aus Berlin in der zweiten
Runde einen klaren Schultersieg verbuchen.
Auch am Sonnabend lief es gut an. Christoph
gewann die erste Runde gegen Robin Baur aus
Württemberg souverän mit 5:1. Auch in der
zweiten Runde lag er in Führung. Nach zwei
Kopfrollen holte ihn jedoch ein, wovor sein
Trainer ihn gewarnt hatte. Beim Rollen
lockerte sich Christophs Griff und
ermöglichte seinem Gegner den Griff zu
seinen Beinen. Der Freistil erfahrene
Württemberger konnte die Situation geschickt
ausnutzen, um Christoph in die Rückenlage zu
bringen. Damit war diese Begegnung trotz
Punktvorsprung verloren. Im anschließenden
Kampf gegen den späteren Fünftplazierten
Nikolai Nowizki aus dem Saarland fehlte
Christoph die notwendige Nervenstärke und so
verlor er. Mit der zweiten Niederlage war
alle Hoffnung auf eine Medaille verloren,
denn gerungen wurde im KO-System. Neben dem
18. Platz konnte Christoph aber immerhin
eine Menge Kampferfahrung sammeln.
Nach seinen Eindrücken gefragt, sagt er ein wenig traurig: „Ach reden wir
nicht mehr drüber. Das ist jetzt vorbei und
lässt sich nicht mehr ändern.“ Trainer Groß
aber hat für sich eine Schlussfolgerung
gezogen. Seine klassischen Ringer wird er zu
Freistilmeisterschaften nicht mehr antreten
lassen. Für ihn steht fest, dass Christoph
Jarmer im griech.-röm. Stil schwer zu
schlagen gewesen wäre.
Ute Marbach

